Nairobi traffic

Wer als Muzungu in Nairobi landet, dem fällt als erstes der Straßenverkehr ins Auge. Nicht nur sind die Menge und Zusammensetzung der Verkehrsteilnehmer ist gegenüber Europa höchst unterschiedlich. Neben den auch bei uns üblichen PKW und LKW finden sich auch … hmm, Busse? Nein. Hier heisst das zum einen Matatu, kommt in zwei Geschmacksrichtungen: groß bis ca. 35 Insassen und als Kleinbus mit 13 Sitzplätzen für Passagiere. Also beides eher so offiziell. Inoffiziell passen da, je nach Fahrer und Fahrkartenkontrolleur auch schon mal ein paar mehr Leute rein. Bis zur nächsten Polizeikontrolle zumindest.

Und bei den Kleinbussen sprechen wir über Vehikel unterhalb unserer VW-Bus Klasse. Die üblichen Nissan Busse sind mindestens eine halbe Nummer kleiner und die Enge der Sitzreihen traut sich nicht mal Ryan Air. Die Busse sind i.d.R. so kurz vor zulassungsfähig nach unseren Maßstäben. Bunt bemalt die Großen, Disco (Sound innen, kreative Beleuchtung außen) haben alle mehr oder minder. Und Fahrer die die Verkehrsregeln zumeist kreativ und zu ihren Gunsten auslegen. Time is money.

Wer es etwas weniger überfüllt mag aber auf den Nervenkitzel der kreativen Verkehrsregelauslegung nicht verzichten möchte, bedient sich eines Boda Boda, eines Motorrad-Taxis. Wobei: auch da passen neben dem Fahrer schon mal zwei oder drei Leute drauf. Oder die 3-Sitzer Couch quer. Man ist ja nicht nur im Personentransport tätig. Dazu noch Tuktuks – das was man bei uns als Ape bestenfalls aus dem Italienurlaub kennt, ist hier Dauerzustand auf der Straße und ein fast so großes Verkehrshindernis aufgrund Geschwindigkeit wie die Handkarren.

Wobei Geschwindigkeit wird eh überschätzt. Je nach Tageszeit kann man für die Strecke vom Standrand Thindigua zum Zentrum Nairobi CBD schon mal 1,5 h für die 12 km brauchen. Zu Fuß ist nicht langsamer – nur mühsamer.