Ein Auto ist Teil der persönlichen Sicherheitsausstattung

… zumindest für Muzungus. Matatu hin, Boda her, … um sicher von A nach B zu kommen, ist es beinahe unerlässlich ein eigenes Fahrzeug zu haben. Ein Mietwagen (Limousine, untere Mittelklasse) ist ab ca. 3000 KES pro Tag zu bekommen, die ersten 4 x 4 (X-Trail, RAV4, …) starten bei ca. 5000 KES und gehen hoch bis zu 20.000 KES für eine Landcruiser Prado V8. Selbst mit Verhandlungsgeschick, längerer Mietdauer über einen Monat hinaus ist kaum etwas unterhalb von 2500 KES zu machen. Wären im Jahr 900.000 KES – selbst bei den stolzen Preisen, die in Kenya auf dem Gebrauchtwagenmarkt aufgerufen und auch gezahlt werden, ist für diese Budget sogar schon ein 4 x 4 drin.

Für deutlich weniger – 500.000 bis 750.000 – sind kompakte Limousinen oder Hatchbacks zu bekommen. Wer nicht auf die einschlägige Toyotamania zielt kann mit „exotischeren“ Herstellern einiges an Geld sparen. Exotisch heisst in meinem Fall: Peugeot. Obwohl schon seit ewigen Zeiten auch in Kenya im Straßenbild – sogar z.T. lokal produziert, wissen die wenigsten etwas mit der Marke anzufangen. Vorteil für Europäer, die identische Modelle zu Hause vorfinden und sogar die einschlägigen Gebrauchtchecks dagegen fahren können.

Für einen 2010er Peugeot 207 1.6 Turbo 120 PS, Automatik, 5 Türer in gutem Allgemeinzustand und nicht einmal 90.000 km auf dem Tacho fiel ein Kaufpreis von etwas mehr als 500.000 KES  (ca. 4500 €) an. Das ist sogar im Verhältnis zu deutschen Angeboten ein mehr als fairer Preis. Selbst in .de werden vergleichbare Fahrzeuge in dieser Größenordnung gehandelt. Auf kenianische Verhältnisse umgerechnet – hier wird etwa das 1,5- bis 2-fache an Preisen verlangt – ist es ein echtes Schnäppchen. Was sich gleich im  obligatorischen Wertgutachten für die Fahrzeugversicherung niederschlägt: das Auto wurde auf 800.000 KES geschätzt. Nur geringfügig übertrieben, andere Peugeots 207, die ich mir angesehen und probegefahren hatte lagen durch die Bank bei 750.000 KES plus.

Durchaus üblich – und daher auf den Kaufpreis aufzuschlagen: die erste Inspektion sollte unmittelbar nach dem Kauf getätigt werden. Fahrzeuge werden fast grundsätzlich „as-is“ verkauft und oft mit dem Hinweis das nichts noch vorher geschönt worden sei. Im Rahmen dieser ersten Inspektion habe ich gleich – siehe oben unter persönlicher Sicherheit – die Fenster tönen lassen. Auch das eine nicht unwesentliche Maßnahme um nicht gleich als vitales Ziel erkannt zu werden. Anders als bei uns üblich umfasst das „window tinting“ nicht nur die hinteren Scheiben ab B-Säule, sondern auch die Seitenscheiben auf Fahrer- und Beifahrerseite und sogar die Frontscheibe. Auch wenn man dort freiwillig die „light“ Variante wählt (was längst nicht jeder tut, weil: erlaubt ist auch stockduster!) ist dennoch von außen nicht mehr wahrnehmbar wer oder wieviele Personen sich im Auto befinden.

Eine weitere Modifikation die oftmals ansteht: auch die Franzosen gelangen (wegen der Rechtslenkung) oft genug via Japan nach Kenya. Die dortigen Radios arbeiten in einem anderen Frequenzbereich und so braucht es für die japanischen Radios einen „Expander“ um die in Kenya üblichen Radiofrequenzen alle empfangen zu können.

Keine großen Modifikation dagegen erfährt das Layout des kleinen Franzosen. Die französische Bequemlichkeit allzu viel umbauen zu wollen erweist sich für den Mitteleuropäer an einer Stelle aber als echter Vorteil: Die Anordnung von Blinker und Wischerhebel ist unverändert – anders als bei den meisten Japanern, die konsequent bei Rechtslenkung auch den Blinkerhebel auf die äußere Seite verlegen. Und sogar der Zugang zum Sicherungskasten findet sich an gewohnter Stelle links im Armaturenbrett. Sogar die Einstellmöglichkeiten des links Sitzes (eigentlich des Fahrers) bleiben erhalten und der RHD-Fahrer hat das Nachsehen, seinen Sitz nicht in der Höhe verstellen zu können.